Modeerscheinung

Oktober 26, 2009

Kann mir irgendjemand erklären, wann genau der Chihuahua in Mode gekommen ist? Oder warum? Es kann doch wohl nicht daran liegen, das irgend eine blonde Schickse mit Medienpräsenz sich so ein überzüchtetes Zitterhundchen gekauft hat. Oder doch? Plötzlich hat jede 08/15 Wasserstoffblondierte Tussi so einen Kläffer.  Bald schon wird man keine Blondinenwitze mehr machen sondern über Chihuahua Besitzer/innen lachen.

Was ist an diesen Hunden so toll? Sie sind zu klein um anständig mit ihnen Laufen zu gehen, zu klein um ihre Besitzer zu beschützen, zu klein und zu wenig flauschig um sie wirklich zu knuddeln. Sie zittern rum, sie kläffen, quietschen und fiepsen wie ein Meerschweinchen… und sie passen in die Handtasche.

Etwas perplex war ich, als vor Kurzem ein ehemals guter Freund von mir mit so ner Handtasche rumlief. Also mit nem Hund drin. Als ich ihn das letzte Mal gesehen habe, war er noch so der totaaaal coole Macker. Und jetzt trägt er den Chihuahua der Freundin gassi… oder wird die Tschernobyl-Ratte jetzt auch zum Blingbling für Kerle? Ist das jetzt die neuste Anmach-Tour: „Yo Kleine, willste mal meinen Chihuahua streicheln?“
Oh ja, da werd ich garantiert schwach!

In der Schweiz fand dieses Wochenende die Wahl einer ‘Miss Handicap’ statt. Damit wollte man die Tolleranz gegenüber behinderter Menschen fördern. An sich fand ich die Idee toll. Ich stehe voll hinter der Gleichberechtigung, zumal ich in der Schule mit einem körperlich behinderten Jungen gewesen bin und der einer der nettesten und motiviertesten Jungs war.

Nun präsentierten sich also Frauen im Rollstuhl, Frauen mit fehlenden Gliedmassen, Zündholzdürren Ärmchen oder anderen äusserlichen ‘Beschwerden’ und lächelten charmant und hübsch in die Kamera. Sie erzählten von sich, von ihren Behinderungen und fühlten sich schön. Ratet mal, wer gewonnen hat: Eine Gehörlose.

Ich will damit nicht sagen, dass Gehörlosigkeit keine Behinderung ist, aber irgendwie widerspricht für mich diese Siegerin der Aussage: „Wir wollen beweisen, dass auch behinderte Frauen trotz allem schön sein können. Da frage ich mich doch: Seit wann entstellt gehörlosigkeit? Es ist eine beeinträchtigung im Leben, aber dennoch kann diese Frau ohne weiteres Miss Schweiz werden, denn ihr Körper entspricht durch und durch dem Standart unserer Gesellschaft.
Mit der Wahl dieser (durchaus hübschen) Frau, hat sich in meinen Augen ‘Miss Handicap’ selber jeglicher glaubwürdigkeit beraubt. Sie schreien nach gleichberechtigung und stellen selber die ‘Krüppel’ hinten an. Ein hoch auf die Oberflächlichkeit.

Spiel mit mir!

Oktober 24, 2009

Auch dieses Jahr war wieder die Spielmesse in Essen angesagt. Oh und WIE sie angesagt war. Eine Zugfahrt voller Spiel und Spass und dann ein kräftiges Essen im Maredo. Zwar war die Bedienung langsam wie Sau, aber das Essen war viel und gut.

Völlig vollgefressen stürzten wir uns dann ins Bett, in der Hoffnung am nächsten Morgen fitt und munter unter den Ersten zu sein, die in die grossen Messehallen voller toller sachen stürmen.

Wir waren unter den Ersten und wir steuerten natürlich sogleich Comic und Rollenspiele an. Ich hatte mir geschworen, nicht zu viel Blödsinn zu kaufen, also kaufte ich mir wenig blödsinn, dafür teuren Blödsinn. Nachdem ich mir damals an den Kopf gegriffen hatte, als mein Ex sich eine zweitausend Euro-Lederrüstung kaufte, habe ich nun hundert Euro in einen Hut investiert. (Zu meiner Verteidigung, es ist ein richtig geiler, gut verarbeiteter Echtleder-Piratenhut! Aarrrrrr!!!

Dann ging es ab zu den Kleidern. Viele, tolle, bunte LARP Kleider… massenweise billig Produktionen mit schlechter Verarbeitung und mieser Qualität. Es hat durchaus seine Nachteile, wenn man sich etwas näher mit Nähen befasst. Aber ich hab mich inspirieren lassen und plane nun ein schnikes Piraten-Outfit… nur die Schuhe bereiten mir Kopfzerbrechen.

Etwas unortodox schlossen wir den Freitag ab. Wir stürzen uns nicht wie immer nerdig auf die Spiele, die wir gekauft hatten, sondern in Schale und huschten davon ins Theater. In Oberhausen spiele nähmlich ‘Tanz der Vampire’ und in Anbetracht der Tatsache, dass es sich hierbei um mein Lieblings Musical handelt, konnte ich nicht widerstehen.

Fazit: Ich habe zu viel Geld liegen gelassen, eindeutig. Aber es war mir jeden Rappen wert!

Männer sind Schweine

Oktober 24, 2009

… oder ganze einfach die traurigsten Geschöpfe, die unsere assoziale, kaputte und geisteskranke Gesellschaft hervorgebracht hat.

Wieso? Lasst es mich erklären….

Eigentlich ist es ein typisches Szenario; Kerl betrügt Freundin, sagt ihr das dann irgendwann mal nach dem Motto: Schatz wir haben einfach zu wenig gemeinsam, darf ich dir meine Neue vorstellen?! Und geht von dannen.
Wohlwissend, dass sie darüber nicht einfach hinweg kommt. Und genau da liegt das Problem. Wenn ich nun sehe wie er sich daran aufgeilt, wen das Mädchen am Boden liegt und verzweifelt nach seiner Aufmerksamkeit lechzt, weil sie nicht glauben will, dass alles nur noch eine Lüge gewesen ist. Wenn ich sehe, wie sie alles tun würde um ihn zurück zu gewinnen und dass sie eigentlich nur noch als Schatten ihrer Selbst dahinvegetiert und ewig nicht darüber weg kommt, dann kommt es mir hoch.

Und da sitzt er dann, mit einem Bier in der Einen und mit seiner Wasserstoffblonden Körbchengrösse D in der anderen Hand. Und er erzählt seinen Kumpels voller Stolz davon, dass das arme kleine Mädchen ja noch sooo in ihn verliebt sei und alles tun würde um ihn zurück zu kriegen. Und dann lacht er und seine Vorzeige-Gummipuppe mit ihm…

Dann frage ich mich manchmal. Was für ein krankes, widerwärtiges Arschloch von einem Assozialen Krüppel muss man sein, um sein Ego daran aufzupuschen, dass man andere in schwere Depressionen gestürzt hat. Ich meine: Woah was für ein Teufelskerl. Aber seine Kumpels finden das voll geil. Schliesslich ist er der Oberstecher!

Und alles was man dem Mädchen sagen kann ist, dass sie Froh sein sollte dieses riesengrosse Arschloch loss zu sein, obwohl man weiss, dass die Worte es nicht besser machen. (ich für meinen Teil plädiere in diesem Fall für eine Totalkrastraktion ohne Narkose)

Karate Kid

Oktober 19, 2009

Ich war (wie eigentlich immer) im Zug unterwegs und wurde wieder einmal Zeuge eines Schauspiels, das man so nur in der öffentlichkeit geboten bekommt.

Mutter und Vater sind tief in ein Gespräch vertieft das Mädchen, vielleicht zehn Jahre alt steht daneben. Um sie herum rennt ein Junge von etwa sieben Jahren. Er legt das Verhalten eines Epileptikers an den Tag… ein Wunder dass ihm kein Schaum aus dem Mund tropfte…

Bei näherer Betrachtung konnte man in seinem Verhaltensmuster eine gewisse Regelmässigkeit erkennen und wenn man dann noch etwas genauer hinsah, erkannte man, dass er versuchte Jet Li zu spielen.

Dann ging alles sehr schnell, Karate-Boy warf sich mit lautem gekreische auf ein süsses kleines Teenager-Tussi mit goldenen Turnschuhen und den obligaten Hotpants über türkisen Legins, kombiniert mit einem passenden Handtäschchen und einem Pinken Oberteil. Der Verfechter des Guten geschmacks fing an wild brüllend auf das Mädchen einzu Schlagen und Karatemoves an ihren Beinen zu praktizieren…
Die Eltern, immer noch zu tiefst mit sich selbst Beschäftigt,  staunten nicht schlecht, als ihr Sprössling von einer kräftigen Mädchen hand quer übers Perron geschleudert wurde und völlig entsetzt zu ihren Füssen liegen blieb.

Fazit: Der Junge war bleidigt, weil das Mädchen seine Moves nicht cool fand und heulte. Die Eltern starrten das Mädchen böse an, weil es das verborgene Talent des Jungen nicht gewürdigt hatte und ich fragte mich wieder einmal mehr, wieso solche Leute nicht zwangssterilisiert werden.

So, nach einem Probeabend in einer Bar habe ich mich ja dazu entschlossen wieder richtig damit anzufangen (einmal in der Woche) und mir so etwas Bewegung und Gesellschaft zu verschaffen.
Ich hatte ja schon mal in einer Bar gearbeitet und hatte es auch ganz spassig in Erinnerung. Was ich jedoch verdrängt habe, ist der Abschaum der Menschheit… je näher der Morgen rückt desto schlimmer werden sie, die verzweifelten Single und Visionslosen Spinner.

Von den zwei Tussis die sich lauthals darüber aufregen, dass man da ja Eingangskontrolle mache und somit ihr bester guter Freund (eine Flasche Malibu aus dem Supermarkt) nicht mit hinein durfte.
Über den Kerl der sein Bier mit einem Strohhalm soff und ein weiteres vor sich stehen hatte, das er immer so komisch anguckte. (Und um vier Uhr morgens so besoffen war, dass er nicht einmal mehr eine Bestellung artikulieren konnte.
Bis hin zu der Frau, die aussah wie Heidi in Türkis, das direkt vom Sozialamt kommt, und mir ihren verfaulten Atem entgegenhauchte, während sie mich lallend um ein Gratisbier anschnorrte.

Fazit: Nach einem solchen abend, verspühre ich das dringende Bedürfnis mich vollaufen zu lassen, bis ich genau so hinüber bin wie diese Spinner… vielleicht kann ich deren Verhalten dann nachvollziehen. (Und das Schlimme daran ist, das war noch gar nicht schlimm!)

Stolze Schweiz

Oktober 15, 2009

Vor einiger Zeit habe ich mir ja ‘Der Graf von Monte Christo’ angesehen. Geniales Musical, aber leider gab es keine Original Cast CD zu kaufen sondern nur eine Englische Version des ganzen. Habs mir natürlich trotzdem gekauft.

Dann fand ich heute DIE Neuigkeit im Netz: Eine Original St. Galler Cast CD kommt ende Oktober in den Verkauf! Woooohu! … das war aber ein Deutscher CD-Versand. Nun ja, gehen wir halt schnell weiter, und klappern die Schweizer Verteiler an… und gucken halt noch etwas genauer… nichts.

Und wieder einmal frage ich mich, wieso haben die Deutschen selbst dann die besseren Musical CDs im Angebot, wenn die Uraufführungen in der Schweiz waren? Willkommen Logik, lange nicht mehr gesehen!

Wenn ich bis heute an Kinder gedacht habe und daran wie ich wohl damit umgehen würde, wenn sie langsam in die Pubertät kommen, dann hatte ich mir natürlich schon so meine Sorgen gemacht.
In einem Zeitalter der Zwangs-Der-coolung und dem krankhaften Drang minderjähriger, so tun als wären sie Erwachsen (Also saufen bis zur Alkoholvergiftung, Passanten spitalreif prügeln oder sich die Birnezukiffen, bis sie ein fahrendes Auto umarmen wollen) steht man als Erziehende Person doch vor einer recht anstrengenden Aufgabe.

Ausserdem wird den jungen Mädchen von all den coolen Heften wie ‘Bravo’ erzählt, sie wären out, wenn sie sich mit elf noch nicht vom nächst besten Kerl haben flachlegen lassen! Geht gar nicht! Mit zwölf noch Jungfrau? Voll nicht angesagt! Und dann kommen diese spiessigen Eltern (also ich irgendwann mal) und sagen dir, dass es eigentlich ganz OK ist, wenn man zuerst auf den Richtigen wartet, und sie sich doch nicht nur durch Gruppenzwang zur Alkoholvergiftung verleiten lassen sollen!

Aber den Eltern wird auch vom Gesetz her nicht wirklich geholfen. Kinder dürfen sich zwar erst ab Achtzehn ein Tatoo oder Piercing stechen lassen… aber auf den Strich gehen können sie schon mit sechzen. Logisch ne? Wehe du machst dir n’Loch in den Bauch, aber fang dir ruhig auf dem Strich Aids ein, des passt schon!
Dafür aber sorgt man sich überaus aufmerksam um die Sicherheit der Sprösslinge im Verkehr: Kindersitzpflicht bis zum 12. Lebensjahr. Genau! Darauf hat die Welt gewartet. Man macht sich also nicht nur Unbeliebt in den man seinen Teenagern erzählt, das Alkohol gar nicht cool ist, man verdonnert sie auch dazu, wie kleine Kinder in dämlichen Sitzschalen Auto zu fahren. Und warum? Weil die hälfte der Eltern sowieso zu dämlich ist, ihre Kinder vernünftig anzuschnallen. Ja, da wird eine Kindersitzpflicht für Teenager garantiert helfen!

Dumm ist, wer ein Auto hat

Oktober 12, 2009

Damals, als ich noch regelmässig nach Lenzburg fuhr, war ich regelmässig viel früher zu Hause als mein Ex. Wieso? Weil ich zwar gleichzeitig Feierabend hatte, aber mit dem Zug fuhr, und er mit dem Auto.

Hat mich nie gestört, ich hatte mein Buch und meine Musik und Zugfahren ist richtig gemütlich… aber jetzt Arbeite ich nicht mehr direkt neben dem Bahnhof und so stellt sich mir immer die Frage: Bus oder Tram?
Der Bus war zuerst da… allerdings hatte ich nicht mit dem Aktuellen Problem von Zürich gerechnet: Der Sanierung der Hardtbrücke.

Ich las friedlich meine Zeitung und erfreute mich an dem Gedanken, zu Hause etwas feines zu Essen, da fiel mir plötzlich auf, dass ich eigentlich schon seit einer Viertelstunde am Bahnhof hätte sein sollen. Dann fiel mir auf, dass wir uns seit besagter viertel Stunde vielleicht hundert Meter von der letzten Haltestelle die Brücke hinaufgeschoben hatten. Dann stand der Typ neben mir auf und bat den Busfahrer, ihn doch bitte raus zu lassen, er wolle seinen Zug noch kriegen.

Und dann pilgerten wir (zwanzig Fahrgäste) die Hardtbürcke hoch, zwischen den Autos hindurch, was zu Stosszeiten eigentlich lebensgefährlich währe, aber da sowieso alle im Stau STANDEN (und keinen Millimeter vorwärts kamen), ernteten wir anstatt gehupe, nur neidische Blicke.

Ein Hoch auf meinen Busfahrer und ein Ätsch an all die Leute die so blöd waren, mit dem Auto zur Arbeit zu fahren (obwohl die Brücke saniert wird und das alle wissen).

Auch nur Menschen

Oktober 11, 2009

Vor kurzem hatte ich es ja davon, dass ich statistisch gesehen, schon seit längerer Zeit erwachsen bin. Natürlich fühl ich mich nicht so und führe mich auch selten so auf (Ausser bei der Arbeit) Aber das macht das Leben ja erst lebenswert.

Ausserdem erscheint es mir je länger je mehr sinnvoll, mich in eine kleine Fantasiewelt zu flüchten, wo Bambi noch eine Mutter hat und Harry Potter die Welt rettet.
Wie ich zu diesem Schluss komme? Nun, vielleicht liegt es daran, dass die Leute um mich herum langsam aber sicher auseinander fallen. (Nicht so wie Michael Jackson, eher so wie Take That).
Es bröckelt an allen Ecken und Enden, man lästert, man zickt, man nörgelt, man kritisiert und provoziert, wo es nur geht… und wundert sich dann, wenn andere ausflippen. Toleranz? Ein Fremdwort. Anstand? Keine Ahnung. Umgangsformen? Wie buchstabiert man das?

Da muss ich Nichi recht geben. Es kommt einem das Kotzen und man fragt sich, wann genau ein gemütliches und friedliches Umfeld wie das meine, sich dermassen in eine Richtung entwickelt hat, die dem Standartverhalten eines Zürchernachtschwärmers (Yo Mann, was guggsch du, willsu Fuuscht in Fresse?) so nahe kommt.

Und genau darum zücke ich jetzt das Handgemachte Voldemort-Zauberstab-Replika, das ich mal auf den Geburtstag bekommen habe, suche das Malfoy Anwesen und schliesse mich den Todessern an. Scheiss auf Bambi!